Gewaltprävention für geflüchtete Frauen und Mädchen

MiMi-Gewaltprävention in der Metropolregion Rhein-Neckar

Mit der steigenden Zahl geflüchteter Frauen und Mädchen in Deutschland nehmen auch die Berichte über gewalttätige Übergriffe auf diese Gruppe zu. Die Betroffenen sind oftmals nicht ausreichend über ihre Rechte oder Unterstützungsmöglichkeiten informiert. Hier setzt das bundesweite Projekt „MiMi-Gewaltprävention mit Migrantinnen für Migrantinnen“ an, das interkulturelle Konzepte für vorbeugende Maßnahmen zur Eindämmung der Gewalt gegen Frauen erstellt. Ziel des MiMi-Gesundheitsprojekts „MiMi – Mit Migranten für Migranten“ ist es, mehrsprachige und kultursensible Prävention für Migrantinnen und Migranten anzubieten.

Deshalb haben wir engagierte Frauen mit Migrationshintergrund gewonnen. Sie sind als Vorbilder bereit, bürgerschaftliche Verantwortung z- übernehmen und die Integration ihrer Landsfrauen z- fördern. Dafür haben wir sie z- interkulturellen Mediatorinnen für Gewaltprävention geschult. Sie haben gelernt, welche Formen von Gewalt es gibt und welche Rechte sowie Schutzmöglichkeiten Frauen in Deutschland haben.

Jetzt, nach ihrer Ausbildung, führen sie in der Muttersprache ihrer Landsfrauen Informationsveranstaltungen durch. Schwerpunktthemen sind hierbei die Gewaltformen, Täterstrategien und Risikofaktoren, Folgen von Gewalt, rechtliche Regelungen in Deutschland sowie Hilfsmöglichkeiten.

Mit Unterstützung der ausgebildeten Mediatorinnen und der Fachkräfte aus dem Gewaltschutzsystem wird die Eigenverantwortung von Migrantinnen und damit die „gesunde Integration“ von geflüchteten Frauen in der Metropolregion Rhein-Neckar gefördert.

Die ausgebildeten Gesundheitsmediatorinnen für Gewaltprävention können von Institutionen (z. B. Flüchtlingseinrichtungen), Gruppen oder einzelnen Personen für Informationsveranstaltungen über die Ansprechpartnerinnen in Mannheim angefragt werden.

Zusätzlich bieten wir Ihnen Materialien zum Thema „Schutz und Sicherheit vor Gewalt in Deutschland“ teilweise in mehreren Sprachen an.

Informationsangebote

Wir bieten Ihnen z- wichtigen Schwerpunktthemen rund um das Thema „Schutz und Sicherheit vor Gewalt in Deutschland“ Informationsveranstaltungen in verschiedenen Sprachen an:

– Was ist Gewalt?

– Strategien der Täter & Risiken für Frauen und Kinder

– Welche Folgen kann Gewalt haben?

– Welche rechtlichen Regelungen gibt es in Deutschland?

– Welche Wege aus der Gewalt gibt es?

– Kontaktadressen z- regionalen Beratungsstellen und Obhutsstellen in der Metropolregion Rhein-Neckar

Sprachen

Das Projekt „MiMi-Gewaltprävention“ in der Metropolregion Rhein-Neckar richtet sich vorrangig an Migrantinnen mit folgenden Muttersprachen:

– Arabisch

– Deutsch

– Englisch

– Französisch

– Kurdisch

– Persisch (Farsi/Dari)

– Russisch

– Tigrinya

– Türkisch

Zögern Sie bitte nicht, sich an uns z- wenden, wenn Sie an Informationsveranstaltungen interessiert sind. Gerne prüfen wir, wie wir Sie unterstützen können. Unsere Veranstaltungen sind in der Regel kostenlos. Teilnehmergebühren werden generell nicht erhoben.

Einsatzmöglichkeiten

Für den Einsatz von Gesundheitsmediatorinnen für Gewaltprävention gibt es eine Vielzahl von Möglichkeiten. Im Folgenden finden Sie zwei Beispiele.

Beispiel Flüchtlingseinrichtung

In Ihrer Einrichtung betreuen Sie viele Flüchtlingsfrauen, die in großen Gemeinschaftsräumen untergebracht sind. Ihnen fällt auf, dass einige Frauen wiederholt um Einzelräume bitten, da sie Angst vor einigen männlichen Flüchtlingen haben. Auch stellen diese Frauen wiederholt Fragen z- Schutzmöglichkeiten vor Gewaltübergriffen. Durch Sprachbarrieren können diese jedoch nicht immer vollständig beantwortet werden.

Sie haben die Möglichkeit, Mediatorinnen für Gewaltprävention einzusetzen, die in Ihrer Einrichtung einen Informationsabend zum Thema „Wege aus der Gewalt sowie Kontaktstellen am Standort“ veranstalten. Auf diese Weise können die Betroffenen mehrsprachig, kultur- und geschlechtssensibel über diese Inhalte informiert und so der Zugang z- den Hilfsangeboten verbessert werden.

Beispiel Beratungsstelle

Sie betreuen in Ihrer Beratungsstelle seit kurzer Zeit mehrere Flüchtlingsfrauen, die in Erstaufnahmeeinrichtungen bereits Gewalt erfahren haben. Diese möchten Sie gerne näher über die Rechte von Frauen in Deutschland informieren. Bei der Verständigung kommt es häufiger z- Problemen. Sie vermuten, dass diese Frauen nicht ausreichend über Themen wie Formen und Folgen von Gewalt, Täterstrategien und Risikofaktoren sowie rechtliche Regelungen in Deutschland informiert sind.

Sie haben die Möglichkeit, im Tandem zusammen mit Mediatorinnen für Gewaltprävention Informationsveranstaltungen in den Muttersprachen der Frauen durchzuführen. So können Sie diese besser erreichen und dadurch die Wege aus der Gewalt fördern.